Alte Liebe

mit Mützen Generationen verbinden

Mode

Senioren häkeln gemeinsam moderne Mützen und tragen damit zur Verständigung zwischen Alt und Jung bei. Das Projekt aus Kassel soll in weitere Städte getragen werden, außerdem sind noch mehr Aktionen in Planung.

„Über das Häkeln der Mützen soll eine sinnstiftende Tätigkeit für Senioren entwickelt werden.“ Hinter dieser Aussage stehen die beiden Systemdesignstudentinnen Nadja und Elisa aus Kassel. Und dass als Resultat so phantastisch schöne Mützen produziert werden ist für Jung und Alt eine Bereicherung.

Aber fangen wir vorne an:
Die Idee, Senioren stylische Mützen häkeln zu lassen, stammt aus einem Studienprojekt, das Nadja und Elisa eher durch Zufall im Rahmen ihres Studiums gemeinsam bearbeiten. Und die Umsetzung schlägt ein. Innerhalb von drei Monaten haben Sie das Projekt „Alte Liebe“ entwickelt, organisiert und sich Feedback aus der Öffentlichkeit geholt.
Alte Liebe verfolgt zwei Ziele. Zum einen soll den Senioren eine sinnstiftende Tätigkeit gegeben werden, mit der sie ihre Freizeit füllen und schöne Nachmittage mit anderen Damen verbringen können. Zum anderen wird eine Vernetzung von älteren Menschen mit der jüngeren Generation angestrebt.
Mützen also, die Generationen verbinden. Denn sie werden nach alter Tradition hergestellt und von Jüngeren getragen. In ihnen steckt die Erfahrung eines ganzen Lebens. Jede Mütze trägt ihre individuelle Handschrift und wurde mit Sorgfalt und Hingabe gehäkelt. Und Mützen sind ein immer aktuelles Produkt und gerade für die jüngere Generation ein nicht mehr wegzudenkendes Accessoire – selbst im Sommer.

 

Mit ihrer Idee haben sich die beiden Mädels zunächst an zwei Seniorenwohnheime in Kassel gewandt und direkt begeistertes Feedback erhalten. Sie starteten mit sechs häkelnden Damen, mittlerweile sind es ungefähr dreißig, die Mützen in zwei Styles herstellen.

Die Senioren treffen sich in bereits bestehenden Häkelgruppen. Alte Liebe stellt die Ausstattung an Häkelnadeln, Anleitungen und Wolle. Zunächst arbeiteten die Damen nach der Vorlage von Elisa und Nadja, inzwischen bringen sie aber immer häufiger eigene Ideen in ihre Arbeit mit ein. Dadurch entstehen noch mehr Unikate, auf die die Damen besonders stolz sind.

Die Motivation für ihre Arbeit ziehen die Senioren aus der Wertschätzung, die sie dafür erhalten. „Das Wichtigste ist dabei vor allem die Wertschätzung von anderen Menschen.“ sagt Nadja und beschreibt die zwei Wege, auf denen diese Wertschätzung an die Senioren getragen werden kann. Zum einen unterschreibt  jede Häkelnde die Verpackung, in der ihre Mütze geliefert wird. Beiliegend findet sich in jeder Verpackung eine Postkarte, die an Alte Liebe geschickt werden kann. Der Kunde trägt einfach den Namen „seiner“ Dame auf der Karte ein, hinterlässt ihr einen netten Gruß und ein Dankeschön und Alte Liebe leitet die Postkarte weiter. Einfach, aber wirksam und für die Damen eine tolle Bestätigung.
Zum anderen werden regelmäßig Veranstaltungen organisiert, auf denen die Senioren ihre Mützen vorstellen und sich präsentieren können. Denn das Konzept der Alten Liebe geht nur auf, wenn der Austausch zwischen den Senioren und der jüngeren Generation regelmäßig stattfindet. Elisa und Nadja möchten die Damen auch in den Verkauf einbinden und ihnen den Kontakt zu den Kunden ermöglichen.
Diese Kombination aus Postkarte und realem Kontakt schafft Transparenz und Zufriedenheit bei allen Beteiligten.

 

Verkauft werden die Mützen bei Veranstaltungen, in Kürze öffnet Alte Liebe einen eigenen Online-Shop. Außerdem gibt es Kooperationen mit Surfschulen, die die Mützen in Frankreich und auf Lanzarote vertreiben. Die Einnahmen aus den verkauften Mützen gehen zu 100% zurück ans Projekt. Alte Liebe finanziert damit neben den Ausgaben für Wolle, Nadeln etc. Ausflüge für die Senioren, Konzerte in den Wohnheimen, Sommerfeste oder kleine Wünsche der Häkelheldinnen. Zu diesen Veranstaltungen werden natürlich auch nicht-häkelnde Senioren eingeladen, denn es geht ja weniger ums Geschäft als um den persönlichen Austausch.

Und die Zukunft hält einiges bereit für die beiden Studentinnen aus Kassel. Im September haben sie aus dem Studienprojekt Alte Liebe ein Geschäftsmodell formuliert. Außerdem werden sie die nächsten drei Jahre mit der GWG, der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel weitere Projekte durchführen. Nadja und Elisa entwickeln die sozialen Projekte, denn sie haben im Studium gelernt ökonomisch, effektiv und trotzdem kreativ zu arbeiten. Die GWG stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung. Je nach Stadtteil sollen so weitere Projekte nach dem Vorbild der Alten Liebe entstehen. „Dabei ist es ganz wichtig, unterschiedliche Faktoren zu berücksichtigen, die jedes Viertel mit seinen Bewohnern mit sich bringt.“ betont Nadja.

Wir freuen uns auf weitere kreative Ideen der beiden sympathischen Mädels!

Vom 21.-27. November 2011 verkaufen wir die heißbegehrten Mützen auf dem Weihnachtsmarkt am Stadtgarten in Köln, auf dem livingResponsible mit einem eigenen Stand vertreten sein wird. Also kommt vorbei und schnappt Euch Eure persönliche Alte Liebe Mütze!
 

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